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16.10.2020

Kapiteljahrtag unter Corona-Vorzeichen

Habsberg (dbhab) - Das Thema der Corona-Pandemie zog sich durch alle Zusammenkünfte auf dem Kapiteljahrtag des Dekanates Habsberg. In den Sitzungen der Gremien und im Kapitelsamt ging es um die Frage, wie sich Kirche für die Zukunft aufstellen muss.

Beim Kapitelsamt wurde eine Kerze zum bevorstehenden Weltmissionssonntag entzündet. Foto: Dekanatsbüro

Dekan Spöttle (Mitte) feierte mit den Geistlichen des Dekanates den Gottesdienst in der Habsberger Wallfahrtskirche. Foto: Dekanatsbüro

Christian Gärtner, Vorsitzender des Diözesanrats Eichstätt, sprach über den "Synodalen Weg". Foto: Dekanatsbüro

In ihrer Konferenz zum Kapiteljahrtag beschäftigten sich die Geistlichen und pastoralen Mitarbeiter des Dekanates intensiv mit den Möglichkeiten für Seelsorge und kirchliches Leben unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Die Seelsorger warfen schon einmal einen Blick auf das diesjährige Weihnachtsfest. „Das schlimmsste wäre eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die einen haben Glück und können zum Gottesdienst kommen, die anderen haben Pech und werden nach Haus geschickt“, fasste Dekanatsreferent Christian Schrödl die Ergebnisse zusammen. In den Pfarreien vor Ort müssten daher Maßnahmenpakate geschnürt werden, um den Menschen an den Feiertagen einen geistlichen Beistand und eine religiöse Heimat bieten zu können.  „Vom Live-Streaming bis zum Open-Air-Gottesdienst, vom Hausgottesdienst bis zu den geöffneten Kirchen, von zusätzlichen Wortgottesdiensten bis zum Hinweis auf Fernseh- und Radiogottesdienste muss in den kommenden Wochen alles angedacht werden“, erklärt Schrödl.

Im anschließenden Kapitelsamt für die verstorbenen Geistlichen und Mitarbeiter des Dekanates ging der Habsberger Dekan Elmar Spöttle auf die Tagesheilige Theresa von Avila und ihre Aussage „Gott allein genügt“ ein. Immer wieder hätten die Menschen aus Krisen nichts gelernt und ihr eigenes Fortkommen in den Mittelpunkt gestellt.  „Der  Mensch, der sich selbst genügen will“ werde zur Gefahr. Die Tagelöhner von heute, Billigarbeiter, unterbezahlte und mangelnde Fachkräfte hätten dieser Tage plötzlich den Status der Systemrelevanz erhalten, kritisierte Spöttle: „ Während die digitale Welt unaufhaltsam sich ausbreitet, vergrößert sich die Last auf den Schultern derer, die kaum von ihrer Arbeit den Lebensunterhalt verdienen können.“Im Gottesdienst wurde außerdem eine Kerze entzündet, die das Motto des diesjährigen Weltmissionssonntags „Selig, die Frieden stiften“ trägt.  Mit den Spenden, die im Oktober gesammelt werden, sollenschwerpunktmäßig Projekte unterstützt werden, die das friedliche Miteinander der Religionen fördern sollen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne stehen dabei die westafrikanischen LÄnder Niger, Mali und Burkina Faso.

Bei der anschließenden Vollversammlung des Dekanatsrats, dem die Vertreter der Pfarrgemeinden und katholischen Organisationen angehören, berichtete Christian Gärtner, Vorsitzender des Eichstätter Diözesanrats, vom aktuellen Stand des „Synodalen Weges“ der katholischen Kirche in Deutschland.  Gärtner, der zugleich Mitglied der in Frankfurt tagenden Synodalversammlung ist,  betonte, dass es sich dabei nicht einfach nur um ein reines „Kirchenparlament“ handle.  Vielmehr solle erkennbar werden, dass  Kirche Bbegegnung, Beziehung und Dialog auf Augenhöhe ist „Synode ist generell der Weg der Kirche“, hob er hervor. Gärtner ging ausführlich auf die Vor- und Entstehungsgeschichte des Prozesses sowie auf Satzung und Verfahresnfragen ein. Er berichtete aber auch von einer guten Diskussionskultur und erzählte, dass er bei der versammlung zwischen zwei Bischöfe platziert wurde. Wenn die Vertreter von Bischofskonferenz, Zentralkomitte der deutschen Katholiken und anderen katholischen Organisationen nun über Fragen der kirchlichen Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie über die Stellung der Frau berieten, müssten konsensfähige Ergebnisse erzielt werden. Die Gefahr von geplatzten Illusionen sei durchaus vorhanden.

Bei der Versammlung stellte sich auch Reinhard Weidinger, der neue Verwaltungskoordinator des Dekanates vor, der die Pfarreien in ihrer Verwaltungstätitgkeit berät und unterstützt. Dekan Elmar Spöttle und Dekanatsreferent Christian Schrödl informierten über die ersten Planungen für das nächste Jahr 2021. Zum Ausklang der Weihnachtszeit am 10.1.2020 wolle man in die Habsberger Wallfahrtskirche zu einem Nachmittag mit Texten und weihnachtlicher Musik einladen. Im Sommer sei auf dem Habsberg ein Dankeschön- und Begegnungsabend für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant. In der Zielgerade seien die Vorbereitungen für eine gemeinnützige Trägergesellschaft für die kirchlichen Kindergärten, die 2021 ihren Betrieb aufnehmen und die Pfarreien vor Ort entlasten soll. Der Seubersdorfer Pfarrer Peter Gräff berichtete von der Ausbildung ehrenamtlicher Notfallseelsorger, die zukünftig in einem ökumenischen Team bei Unfällen oder plötzlichem Tod die „Erste Hilfe für die Seele“ leisten sollten. Nächste Veranstaltung des Dekanates ist ein Regionaljugendgottesdienst am Samstag, 24.10.2020, um 18 Uhr auf dem Habsberg, bei dem der neue Dekanatsjugendseelsorger Josef Del Mastro begrüßt wird.

 

Die nächsten Termine

Dienstag, 01. Dezember
06.00 Uhr
Roratemesse
Ort: Pfarrkirche St. Willibald Möning
Veranstalter: Pfarrei Möning
17.05 Uhr
5 nach 5-Besinnung: "24 Türchen zum Licht"
Ort: Münster St. Johannes
Veranstalter: Stadtkirche Neumarkt
18.00 Uhr
Schülerwortgottesdienst
Ort: Pfarrkirche St. Vitus Berg
Veranstalter: Pfarrverband Berg
Mittwoch, 02. Dezember
17.05 Uhr
5 nach 5- Besinnung: "Der Adventskranz"
Ort: Münster St. Johannes
Veranstalter: Stadtkirche Neumarkt
Donnerstag, 03. Dezember
Tag der Anbetung
Ort: Pfarrkirche St. Willibald Möning
Veranstalter: Pfarrei Möning