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29.04.2021

Erstkommunion in Corona-Zeiten: Beitrag der Eichstätter Kirchenzeitung

Neumarkt/Eichstätt - In diesen Tagen wird in vielen Pfarreien Erstkommunion gefeiert. Doch auch heuer sind Feiern wie sonst üblich kaum möglich. Die Eichstätter Kirchenzeitung schildert in einem Artikel, wie die Erstkommunion in Corona-Zeiten vorbereitet und gefeiert wird.

Foto: Peter Weidemann, in: pfarrbriefservice.de


Wenn der Weiße Sonntag im Juni ist.

Wie Erstkommunion im zweiten Corona-Jahr abläuft / Weggottesdienste und digitale Treffen

Am Weißen Sonntag sind nur in wenigen Pfarreien Kinder zur Erstkommunion gegangen. Viele mussten größere Gruppen teilen und feiern an zwei oder mehr Terminen. In anderen Orten sind Nachfeiern bis in die Sommermonate hinein geplant. Wie im Vorjahr sind heuer auch Firmungen nur in Kleingruppen möglich oder werden verschoben.

Blick aufs Wesentliche

Schätzungsweise rund 3.000 Kinder bereiten sich derzeit auf den Empfang der Erstkommunion in der Diözese vor. Vielerorts hatte die Vorbereitung noch in Präsenz begonnen. Aufgrund steigender Infektionszahlen läuft vieles jetzt digital weiter. Das stellt alle Beteiligten vor neue Herausforderungen und zwingt die Pfarreien zu kreativen Lösungen, könnte sich aber auch dauerhaft positiv auswirken, meint Georg Brigl, Referent für Gemeindekatechese und Sakramentenpastoral im Bistum. „Wir werden nach Corona anders arbeiten in der Pastoral als bisher. Der Fokus wird sich darauf richten, was wesentlich ist für Kommunion und Firmung“.

Katechese im Freien

„Habt Vertrauen, ich bin es“ stand auf den Kerzen der Kommunionkinder in Wassertrüdingen. Stadtpfarrer Ulrich Schmidt und Gemeindeassistentin Vanessa Benzinger gestalteten den Gottesdienst in der Heilig Geist-Kirche am Weißen Sonntag. Es sei ein „Freudentag und ein Privileg“, diese Messe im Kreis der Familien zu feiern, sagte Schmidt. Seit über einem Jahr lebten Menschen mit der Pandemie, in Anspannung und Furcht. Diesem Gefühl setze Jesus Christus seine Zusage entgegen „Habt Vertrauen, ich bin es, fürchtet euch nicht“, erklärte der Stadtpfarrer. Er lobte die Kinder für ihre hohe Aufmerksamkeit bei „einem der wichtigsten Gottesdienste in ihrem Leben“. Ihre Vorbereitung hatten die zehn Mädchen und Buben seit Dezember 2020 im Freien und in der Kirche absolviert. Jeden Mittwoch gab es am späten Nachmittag Weggottesdienste. Zu den ersten Messen waren besonders die Kommunionkinder eingeladen, später gesellten sich auch die Firmlinge dazu. Benzinger traf sich mit den Kommunionkindern stets 15 Minuten vor Gottesdienstbeginn auf dem Platz vor der Kirche. Dort gab es kurze Katechesen. In der Pfarrei Heilig Geist habe man sich bewusst gegen eine digitale Vorbereitung entschieden, erzählen Schmidt und Benzinger im Gespräch mit der KiZ. Es sei ein Experiment gewesen, die Weggottesdienste für kurze Einführungstreffen zu nutzen, ergänzt Benzinger. Nach dem Weißen Sonntag zeigte sie sich durchaus zufrieden. „Das Konzept hat sich bestätigt“, glaubt die Gemeindeassistentin. Die Kommunionkinder hätten bei den Gottesdiensten die Abläufe einer Heiligen Messe gut kennengelernt und man habe viele Themen im Vorfeld besprechen können. 

Kirchen-Entdeckertour

Für die 29 Erstkommunionkinder im Pastoralraum Denkendorf gab es im Herbst noch ein gemeinsames Auftakttreffen sowie vier Weggottesdienste. Es folgte eine „Kirchen-Entdeckertour“, die die Kinder mit ihren Vätern selbständig durchführen konnten. Ein Großelterntag, der sonst in Gemeinschaft stattgefunden hätte, war nach Hause verlagert worden. Dabei sollten die Kinder ihre Oma oder ihren Opa fragen, wie sie vor vielen Jahren Erstkommunion gefeiert hatten. Vor einigen Tagen traf sich Gemeinde-referentin Katharina Klein virtuell mit den Tischmüttern, um das weitere Vorgehen zu beraten. Die Runde einigte sich auf eine Mischung aus digitaler und analoger Fortführung. Die Mütter bereiten Materialpakete vor, die sie kontaktfrei übergeben wollen, allerdings bestünde da zumindest die Möglichkeit, sich kurz an der Haustüre zu sehen, hofft Klein. Sie ist froh, dass es im vorigen Jahr wenigstens einige Treffen mit allen gegeben hatte. Nur dank dessen funktioniere nun auch die virtuelle Kontaktpflege, ist sie überzeugt. „So ganz ohne persönliche Treffen wird es schwierig, eine Beziehung aufzubauen und zu pflegen“, erklärt die Gemeindereferentin. Eine Chance sieht sie in der Familienkatechese, die stärker einbezogen wird. „Dass digitale Möglichkeiten aus der Not heraus Anwendung finden, eröffnet auch für künftige Katechesen neue Möglichkeiten“, ist Klein überzeugt, „nichtsdestotrotz sehnen wir uns in der Pastoral wieder mehr nach persönlicher Begegnung und einer ganzheitlichen Vorbereitung.“

Post vom Pfarrer

Die Kontaktbeschränkungen spürte auch Pfarrer Martin Geistbeck in der Pfarrei St. Pius in Ingolstadt. „Uns fehlen die Begegnungen und Gespräche, die Gesichter ohne Maske, die Gemeinschaft, Aktionsgruppen, eine gelöste Stimmung der Kinder.“ Geistbeck hat den 19 Erstkommunionkindern zu Beginn der Vorbereitungen Briefe mit Anregungen, Texten und Aktionsvorschlägen geschickt. Die Kinder machten fleißig mit, malten Bilder und schrieben ihm zurück. Die Resonanz habe ihn überwältigt, freut sich der Pfarrer: „Die handschriftlichen Antworten, wie es ihnen geht und was ihnen zum Beispiel an Jesus gut gefällt, waren bereichernd. Und auch die tollen Bilder, die sie gemalt haben.“ Bei einem Treffen bekamen die Kinder nun eine „Aktionstasche zur Erstkommunionvorbereitung“, die Gemeindereferentin Simone Lehrer entwickelt hat. Sie säen Weizenkörner in ein Gläschen mit Erde und machen sich Gedanken zum Thema Brot und Eucharistie. Die Beichte wird mit Texten und Filmclips im Internet in den Blick genommen. Die Erstkommunionfeier soll an zwei Terminen Anfang Juli stattfinden.

Aufgaben für daheim

In den Pfarreien im Stadtgebiet von Eichstätt bekamen 54 Mädchen und Jungen im Januar eine Mappe für die Erstkommunionvorbereitung. Da Gruppenstunden und gemeinsame Treffen nicht möglich sind, schickt Gemeindereferentin Lioba Henke den Familien an den Wochenenden Aufgaben zu einem bestimmten Thema per E-Mail. Darin geht es ums gemeinsame Lesen von Bibeltexten, wird aufgerufen, Weizenkörner zu pflanzen und ein Tauf- oder Weihwasserbecken zu fotografieren. Eine andere Aufgabe lautet: „Ruft den Pfarrer an, und interviewt ihn.“ Durch die Vorbereitung in der Familie würden Eltern, Großeltern und Paten mit in die Verantwortung genommen. „Was fehlt, ist das Gemeinschaftsgefühl. Wir versuchen in den Schüler- und Familiengottesdiensten, die überraschend gut besucht sind, ein klein wenig Gemeinschaft entstehen zu lassen“, sagt Henke. Die Erstkommunion feiern in Kleingruppen in der Dompfarrei sowie in den Pfarreien Heilige Familie und Rebdorf sind für Juni und Juli geplant.

In Rebdorf hat sich Kristina Bauch für eine ganz individuelle und intensive Vorbereitung entschieden: Mit jedem der zwölf Kinder aus Rebdorf und Wasserzell trifft sich die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats regelmäßig in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer zu Einzelgesprächen. Die Vorbereitung hat sie unter das Motto gestellt „Jesus schenkt Gemeinschaft“. Auch wenn die Gemeinschaft der Gleichaltrigen bei den Treffen fehle, seien diese „Einzelkatechesen“ doch auch „ein ganz neues und anderes Erlebnis, das in dieser ungewohnten Intensität nicht nur für die Kinder etwas Besonderes war“, berichtet Bauch. Alle Kinder erhielten als Zeichen der Verbundenheit ein einheitliches T-Shirt, sowie Material für daheim. Beim Vorstellungsgottesdienst vor kurzem in der Pfarrkirche kamen die Kinder mit Eltern erstmals zusammen, wenn auch auf Abstand und ohne den üblichen gemeinsamen Einzug. Mit dabei waren die achtjährige Constanze und ihr zwei Jahre älterer Bruder Wendelin. Er sollte schon 2020 zum ersten Mal an den Tisch des Herrn treten. Doch wegen des Lockdowns wäre damals eine Feier mit den Großeltern nicht möglich gewesen. Also entschied er mit seiner Familie, noch ein Jahr zu warten. Ob es heuer mit der Familienfeier klappt, hängt von den im Juni geltenden Regeln ab. 

Online-Vorbereitung

Im Pfarrverband Hilpoltstein hat die Erstkommunionvorbereitung mit Elternabenden als Videokonferenzen begonnen. Geplante Weggottesdienste sind auf Wunsch der Eltern kurzerhand in Hausgottesdienste umgestaltet worden. Seit 17. April finden nun die Kommunionfeiern in Kleingruppen statt. In Hilpoltstein sind 44 Kinder in vier Gottesdienste eingeteilt, in der Pfarrei Jahrsdorf sind vier Kinder angemeldet. In Meckenhausen und Zell reicht der Platz für jeweils sieben Kinder und ihre Familien aus. In Weinsfeld ist geplant, die Erstkommunion im Freien zu feiern.

Nicht verschieben

„Die Erstkommunion gehört zu den großen Kristallisationspunkten christlichen Lebens neben der Taufe und der Hochzeit“, sagt Markus Wittmann, Referent für Gemeindekatechese und Sakramentenpastoral in der Diözese. Diese Feste werden groß gefeiert in der Familie, die mit der Verwandtschaft zusammenkommt. „Beides ist an diesem Tag wichtig, sowohl die kirchliche Feier im Gottesdienst als auch die familiäre Feier zuhause oder in einer Gastwirtschaft“, so Wittmann. Der ganze Rahmen, der sich darum gebildet habe, mache dies deutlich. „Man kauft sich neue schöne Kleidung, es gibt Geschenke und ein Festessen, es werden Familienfotos gemacht und vieles mehr.“ Darauf möchte man auch in Corona-Zeiten nicht verzichten, wie ein Kind im Pfarrverband Hilpolstein seiner Mutter deutlich machte, als diese mit dem Gedanken spielte, die Anmeldung zur Kommunion um ein Jahr zu verschieben. „Mama, ich darf heuer nicht wirklich Geburtstag feiern, andere Dinge sind alle abgesagt und du nimmst mir nun auch noch die Erstkommunion.“ Die Mutter konnte nicht anders, wie sie selbst erzählte, als das Kind doch noch anzumelden.

Andrea Franzetti/pde/pet


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