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20.02.2021

Impuls für den Alltag: Im Weniger das Mehr erkennen

Foto: pixabay

Neumarkt (dbnm) - In regelmäßigen Abständen geben katholische wie auch evangelische Theologen und Seelsorger aus der Region "Impulse für den Alltag". In seinem Beitrag zum 1. Fastensonntag lädt Dekanatsreferent Christian Schrödl dazu ein, die Fastenzeit als Chance zu verstehen, das Wesentliche zu entdecken.


„… und natürlich Gesundheit – das ist doch das Wichtigste!“ – Wie oft habe ich diesen Satz bei einer Geburtstagsfeier gehört oder selber schon gesprochen. Von ganzem Herzen wünschen wir dem Geburtstagskind doch, dass es an Leib und Seele gesund bleiben möge – in diesen Corona-Zeiten allemal. Doch all diese guten Wünsche können es nicht verhindern, dass der oder die Beglückwünschte kurz darauf einen Unfall oder einen schweren Schicksalsschlag erleiden muss, dass sich eine bedrohliche Krankheit einschleicht oder dass jemand schneller als gedacht die Pflege durch Mitmenschen benötigt. Trotz aller guten Wünsche und Gebete: Immer wieder holen uns Krankheit, Schmerzen und Leid ein.

Ich nehme mir daher zu solchen Geburtstagen inzwischen öfters vor, lieber Zufriedenheit und Gelassenheit zu wünschen. Vielleicht auch:  damit das eigene Leiden und das der anderen besser angenommen und bewältigt werden kann. Kann nicht auch das Leben mit einem Verlust, einer Behinderung oder einer Krankheit etwas Gutes und Sinnvolles in sich tragen? Kann nicht auch eine Zeit von Entbehrungen, Einschränkungen und Beeinträchtigungen erfüllt sein? Kann nicht auch im Verzicht ein Reichtum liegen, den wir Schritt für Schritt erspüren und erschließen können?

„Die Zeit ist erfüllt. Kehrt um und glaubt an das Evangelium“, hören wir an diesem Sonntag Jesus seinen Zuhörern sagen hören. Nach vierzig Tagen schwerer Prüfung und nach dem Verlust seines Freundes Johannes, kann er das sagen: „Die Zeit ist erfüllt!“ Und später am Kreuz wird er in seinen letzten Atemzügen sogar von sich geben: „Es ist vollbracht.“ Ich lese in diesem Satz von Jesus auch: Alles ist für die Erfüllung, die Vollendung, die Rettung bestimmt. Nichts ist völlig verloren. Gott sagt uns dies zu. Im Vertrauen darauf kann ich umkehren, neu beginnen und andere Sichtweisen entwickeln. Ich lerne, mit Herausforderungen, Problemen und Belastungen anders umzugehen. Die Fastenzeit, die wir nun begonnen haben, lädt uns dazu ein, in die Tiefe zu gehen. Erfüllung und tieferer Sinn auf der einen Seite sowie Verzicht, Umkehr und Neubeginn andererseits sind zwei Seiten derselben Medaille. Können wir nicht im Weniger das Mehr erkennen?

Vielleicht dürfen wir in diesen Vierzig Tagen auf Ostern hin wieder spüren, was das Wesentliche ist und worauf es im Leben wirklich ankommt. Auch wer nicht mit Wohlstand, glücklichen Beziehungen, einer befriedigenden Arbeit oder eben Gesundheit gesegnet ist, kann durchaus Erfüllung finden. Natürlich redet derjenige recht einfach daher, der noch keinen schweres Schicksalsschlag oder eine bedrohliche Krankheit erdulden und verarbeiten hat müssen. Aber dennoch bin ich immer wieder eingeladen, mich neu auf die Suche nach der Erfüllung, dem tieferen Sinn und dem wahren Glück zu machen. Dazu braucht es vielleicht nicht erst eine schwere Krankheit oder ein bedrohliches Virus.

Dekanatsreferent Christian Schrödl, Neumarkt/Habsberg

Die nächsten Termine

Samstag, 26. Juni
09.30 Uhr
WERKSTATT SENIORENARBEIT: Wie wir wurden, was wir sind!
Ort: Pfarrkirche Heilig Kreuz Neumarkt-Wolfstein
Veranstalter: Bereich Altenbildung der Kath. Erwachsenenbildung im Bistum Eichstätt
Samstag, 03. Juli
09.00 Uhr
Ehevorbereitung 2021
Ort: Jugendhaus Habsberg
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Landkreis Neumarkt
Samstag, 24. Juli
10.30 Uhr
Samstag, 16. Oktober
09.00 Uhr
Ehevorbereitung 2021
Ort: Kloster St. Josef - Exerzitien-, Tagungs- und Gästehaus
Veranstalter: Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Landkreis Neumarkt